Kleinstadtakademie

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Am 1. Mai 2021 ist das vom Bundesinnenministerium geförderte Modellvorhaben „Kooperative Entwicklung kleinstädtischer Transformationspfade im Themenfeld Neue Arbeitswelten“ gestartet, in dem CoWorkLand als Projektagentur tätig ist. Im Verbund von Dießen am Ammersee (Bayern), Dippoldiswalde (Sachsen), Mölln (Schleswig-Holstein), Oestrich-Winkel Hessen) und Wittenberge (Brandenburg) entstehen bis März 2023 Lösungsansätze für die Kleinstadtentwicklung, die sich aus dem Wandel der Arbeitswelt ergeben. Drei CoWorkLand-Mitarbeitende unterstützen als Paten die beteiligten Kommunen: Jule Lietzau in Mölln, Tobias Kremkau in Dippoldiswalde und in Wittenberge, Hans-Peter Sander in der Marktgemeinde Dießen am Ammersee und in Oestrich-Winkel. Wissenschaftlich-methodisch begleiten die TH Lübeck und das Berliner foresightlab das Projekt.

Angesichts von Digitalisierung, demografischem und Werte-Wandel verändert sich die Arbeitswelt seit Jahren. Die Coronakrise mit Lockdowns und hunderttausenden Beschäftigten im Homeoffice beschleunigt im ganzen Land diesen Wandel, dessen Tempo noch vor Kurzem undenkbar erschien. Was zum Beispiel geschieht mit Pendlerorten, wenn Homeoffice zur „neuen Normalität“ wird? Vor welche Herausforderungen sind Kleinstädte gestellt, wenn massenhaft am Wohnort anstatt in der Metropole gearbeitet wird? Welche neuen Möglichkeiten ergeben sich daraus? Wie sind diese zu gestalten und von wem? 

Vor diesem Hintergrund ist das Modellvorhaben gestartet. In den beteiligten Kleinstädten geht es darum, Akteure zu identifizieren und zu gewinnen, um die Kleinstadt im Kontext der neuen Arbeitswelt weiterzuentwickeln. Es wird ergründet, welche gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Wirkungen die Verbreitung neuer Arbeitsformen z.B. für eine Belebung von Orten, für die Nutzung von Leerstand, für Einzelhandel, Gastronomie, Dienstleiter, aber auch für Vereine und Ehrenamt, für eine Gründerszene oder auch für Mobilitätsangebote und -infrastruktur hat. Das Themenspektrum ist breit, jede beteiligte Kleinstadt wählt selbstbestimmt seine Schwerpunkte. Zum Projektschluss soll mehr Klarheit herrschen, was im Ort bei diesem Thema wie möglich ist.

 Das Modellprojekt ist in drei Phasen gegliedert. Jede Kleinstadt wird begleitet von Experten der CoWorkLand Genossenschaft (mit so genannten "Projektpaten") und aus der Wissenschaft, hier von der Professur für die Soziologie der gebauten Umwelt am Fachbereich Bauwesen der TH Lübeck. In der ersten Phase, die bis in den Herbst 2021 reicht, werden die Potentiale neuer Arbeitswelten in der jeweiligen Stadt erkundet. In der zweiten Phase entwickeln örtliche Akteure aus den Befunden konkrete stadtspezifische Ideen. In der abschließenden dritten Phase, bis Ende 2022, wird eine ausgewählte Idee in einem temporären „Popup-Labor“ experimentell erprobt. Die so erarbeiteten Ergebnisse sollen einerseits Grundlage für die Entwicklung stadtspezifischer Transformationspfade sein, andererseits als praktische Wissensbausteine in die im Aufbau befindliche Kleinstadtakademie des Bundesinnenministeriums einfließen.

Die Pilotphase der Kleinstadtakademie ist Teil der Initiative Kleinstädte in Deutschland des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat (BMI). Sie wird durch das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) im Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR), im Rahmen des Forschungsprogramms „Experimenteller Wohnungs- und Städtebau“ (ExWoSt) des BMI betreut.

Kontakt Projektagentur CoWorkLand e.G.: Hans-Peter Sander, Ammersee Denkerhaus – Coworking Space, Sonnenstr. 1, 86911 Dießen am Ammersee, hans-peter@coworkand.de, 0176 63 722 680

Erstes Transfertreffen am 4./5. Oktober in Wittenberge

Wittenberge war am 4./5. Oktober Ort des ersten Transfertreffens im Pilotprojekt „Kleinstadtakademie“. Als Leadkommune des Projekts hatte Wittenberge die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister sowie die maßgeblich Verantwortlichen aus den anderen vier beteiligten Kleinstädte, Dießen am Ammersee, Dippoldiswalde, Mölln und Oestrich Winkel, sowie die Projektpartner und eine Vertretung des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat (BMI), als Fördermittelgeber, in die Elbestadt eingeladen. Erstmals trafen dabei nun die Rathauschefs des Kleinstadtkonsortiums persönlich zusammen.

Zum Auftakt des 1. Transfertreffens besuchten die Gäste am 4. Oktober nach einem gemeinsamen Abendessen den Wittenberger Stadtsalon Safari, eine in ehemaligem Leerstand geschaffene Projekt- und Ideenwerkstatt für alle, die Kultur selber machen wollen. Am 5. Oktober folgte ein straffes Arbeitspensum. Vor allem ging es um die Zusammenfassung der wissenschaftlich-methodischen Begleitung von der TH Lübeck und von foresightlab, die sich in den vergangenen Wochen in den fünf Kleinstädten einen Überblick vor Ort verschafft hatten. Ebenso wichtig war der persönliche Gedanken- und Erfahrungsaustausch der verantwortlichen Akteure aus dem Kleinstadtverbund. 

Der Workshoptag am 5. Oktober startete mit einem Arbeitsfrühstück im Wittenberger Rathaus, bei dem die 2. Bürgermeisterin Constanze Stehr als Gastgeberin begrüßte und der Leiter des Bauamtes, Martin Hahn, die Stadt mit ihrer Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft vorstellte. Nach einem kurzen Stadtrundgang fand das Transfertreffen seine Fortsetzung im Coworking Space des örtlichen Technologie- und Gewerbezentrums Prignitz, das sich als hervorragender Gastgeber bewährte. Inhaltlich vorbereitet und moderiert wurde dieser Teil von Prof. Dr. Marcus Menzl (TH Lübeck) und Klaus Burmeister (foresightlab). Thematische Inputs gab es mit Impulsvorträgen von Klaus Burmeister, der einen Überblick zu „Arbeitswelten 2030“ verschaffte. Tobias Kremkau von CoWorkLand stellte in seinem Impuls „Stadt-Land-Arbeit“ Beispiele von Pionieren neuer Arbeitswelten vor.


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