Ende April nahm unser Landeskoordinator für Brandenburg, Tobias Kremkau, am Netzwerktag „Orte verbinden“ in Luckenwalde teil. Im Zentrum stand eine entscheidende Frage: Wie können Orte der Begegnung gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken und ländliche Räume zukunftsfähig machen?
Die Relevanz dieser Frage wächst. Denn vielerorts gehen klassische Treffpunkte wie Gasthäuser, Dorfläden und auch immer mehr Vereinsstrukturen verloren. Doch wo traditionelle Gemeinschaftsorte verschwinden, entstehen neue Formen des Zusammenkommens: Dritte Orte, Coworking Spaces, Zukunftsorte oder Mehrgenerationenhäuser.
Ihr gemeinsamer Kern: Sie schaffen Räume für Austausch, Teilhabe und gemeinsames Handeln. Mehr noch: Sie bilden neue soziale Ankerpunkte und Möglichkeitsräume.
Wie das konkret aussehen kann, zeigte die Doppel-Keynote von Bürgermeister Jochen Neumann und seiner Amtsvorgängerin Elisabeth Herzog-von der Heide. Am Beispiel des Gewerbehofs wurde deutlich, worauf es wirklich ankommt: Lokales Engagement, politischer Wille und verlässliche Unterstützung müssen zusammenspielen. Erst dann entstehen Strukturen, die über einzelne Projekte hinaus Wirkung entfalten.
Im anschließenden Panel diskutierte Tobias Kremkau mit Akteur*innen aus Praxis und Netzwerk über konkrete Lösungsansätze – darunter auch unsere MehrWertOrte. Im Fokus standen zentrale Fragen, die viele Initiativen umtreiben:
- Welche Rahmenbedingungen brauchen gemeinwohlorientierte Orte, um langfristig zu wirken?
- Wie können Kooperationen vor Ort gestärkt werden?
- Und wie lässt sich gemeinwohlorientiertes Wirtschaften besser fördern?
Unsere Haltung dazu ist klar: Diese Orte sind kein „Nice-to-have“. Sie sind heute ein unverzichtbarer Teil der Daseinsvorsorge.
Denn sie leisten, was klassische Infrastrukturen allein nicht mehr schaffen:
- Sie bringen Menschen zusammen, die sich sonst nicht begegnen würden.
- Sie machen Engagement sichtbar und aktivieren lokale Potenziale.
- Sie tragen zur Lösung zentraler Herausforderungen bei – von Fachkräftesicherung bis Integration.
Gleichzeitig haben sie eine oft unterschätzte wirtschaftliche Dimension:
Gemeinwohlorientierte Orte können Fachkräfte anziehen, Gründungen ermöglichen und Angebote hervorbringen, die direkt auf lokale Bedarfe reagieren. Damit werden sie zu einem echten Standortfaktor.

Der Netzwerktag hat einmal mehr gezeigt: Wer über die Zukunft ländlicher Räume spricht, muss über Orte sprechen. Über Räume, die Menschen verbinden, Ideen ermöglichen und Zusammenarbeit konkret werden lassen.
Vielen Dank an alle Beteiligten für den offenen und inspirierenden Austausch.
